Was ist eine Zero-Trust-Architektur?
Zero Trust ist zu einem der beliebtesten SchlagwΓΆrter im Zusammenhang mit Netzwerksicherheit geworden. Durch den ganzen Hype, der darum gemacht wird, lΓ€sst sich nur noch schwer erkennen, was WerbesprΓΌche sind und welche LΓΆsung einen echten Mehrwert bietet. Doch im Gegensatz zu vielen anderen ModewΓΆrtern hat das Thema βZero Trustβ durchaus Substanz.
Anfang dieses Jahres verΓΆffentlichte das National Cybersecurity Center of Excellence (eine Einrichtung des National Institute of Standards and Technology der US-amerikanischen Regierung) das Projekt βImplementing a Zero Trust Architectureβ. Dieses beschreibt einen auf Standards basierenden Ansatz zurΒ Implementierung einer Zero-Trust-Architektur. Β Architecture.
Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff βZero Trustβ? Und wie kΓΆnnen Sie LΓΆsungen erkennen, die die Anforderungen Ihres Unternehmens erfΓΌllen? Diesen Fragen gehen wir im Folgenden auf den Grund.
Was ist eine Zero-Trust-Netzwerkarchitektur? Ein Crash-Kurs
Kurz gesagt, Zero Trust basiert auf diesen Prinzipien: DurchfΓΌhrung genauer Zugriffskontrollen und ausschlieΓliches Vertrauen in die Endpunkte, denen der Zugriff auf eine bestimmte Ressource ausdrΓΌcklich gewΓ€hrt wurde. Die Zero-Trust-Netzwerkarchitektur ist ein Design, das die Zero-Trust-Prinzipien umsetzt und einen sogenanntenΒ Zero Trust Network Access (ZTNA)Β ermΓΆglicht.
Die Zero-Trust-Architektur unterscheidet sich grundlegend von herkΓΆmmlichen βCastle-and-Moatβ-LΓΆsungen wie internetbasierten VPN-Appliances fΓΌr den Remotenetzwerkzugriff. Bei diesen klassischen LΓΆsungen erhΓ€lt ein EndgerΓ€t nach der Authentifizierung Zugriff auf alle Daten im selben Netzwerksegment und wird bei Bedarf nur durch Sicherheitsfunktionen auf Anwendungsebene blockiert.
Anders ausgedrΓΌckt: HerkΓΆmmliche LΓΆsungen vertrauten standardmΓ€Γig allen GerΓ€ten und Benutzern im internen Netzwerk. Doch dieses Modell hΓ€lt in der digitalen GeschΓ€ftswelt von heute nicht mehr Stand. Der Grund, warum der Zero-Trust-Ansatz notwendig geworden ist, liegt in den tiefgreifenden VerΓ€nderungen, die Unternehmensnetzwerke in den letzten zehn Jahren und vor allem in den letzten sechs Monaten durchlaufen haben.
Die Arbeit im Home-Office ist inzwischen zur NormalitΓ€t geworden, sensible Daten flieΓen in und aus verschiedenen ΓΆffentlichen Clouds, Bring Your Own Device (BYOD) ist gΓ€ngige Praxis und die Randbereiche des WAN sind dynamischer denn je. Unternehmen mit Netzwerken, die eine grΓΆΓere AngriffsflΓ€che bieten, haben daher ein starkes Interesse daran, Angriffe zu verhindern und im Falle eines Angriffs die Verweildauer und laterale AktivitΓ€ten zu begrenzen. Die Zero-Trust-Architektur ermΓΆglicht eine Mikrosegmentierung und die Einrichtung von Mikroperimetern fΓΌr bestimmte GerΓ€te, um diese Ziele zu erreichen. Eine detaillierte Analyse zum Thema βZero Trustβ finden Sie im Marktleitfaden vonΒ Gartner zu ZTNA.
Funktionsweise der Zero-Trust-Architektur
Zwar kΓΆnnen die einzelnen Tools, die zur Implementierung einer Zero-Trust-Architektur verwendet werden, variieren, aber das Projekt βImplementing a Zero Trust Architectureβ des National Cybersecurity Center of Excellence beschreibt vier SchlΓΌsselfunktionen:
Identifizieren. Umfasst die Bestandsaufnahme und Kategorisierung von Systemen, Software und anderen Ressourcen. ErmΓΆglicht die Definition von Baselines fΓΌr die Erkennung von Anomalien.
SchΓΌtzen. Umfasst die Abwicklung der Authentifizierung und Autorisierung. Die Schutzfunktion deckt die Verifizierung und Konfiguration der RessourcenidentitΓ€ten ab, auf denen Zero Trust basiert, sowie die IntegritΓ€tsprΓΌfung fΓΌr Software, Firmware und Hardware.
Erkennen. Befasst sich mit der Identifizierung von Anomalien und anderen Netzwerkereignissen. Der SchlΓΌssel hierzu ist die stΓ€ndige Γberwachung in Echtzeit, um potenzielle Bedrohungen proaktiv zu erkennen.
Reagieren. Betrifft die Abwehr und AbschwΓ€chung von Bedrohungen, sobald diese erkannt werden.
Die Zero-Trust-Architektur verknΓΌpft diese Funktionen mit detaillierten Zugriffsrichtlinien auf Anwendungsebene, die auf eine standardmΓ€Γige Verweigerung eingestellt sind.
Das Ergebnis ist ein Workflow, der in der Praxis etwa wie folgt aussieht:
Benutzer authentifizieren sich mit der MFA (mehrstufige Authentifizierung) ΓΌber einen sicheren Kommunikationskanal.
Der Zugriff auf bestimmte Anwendungen und Netzwerkressourcen erfolgt anhand der BenutzeridentitΓ€t.
Die Sitzung wird laufend auf Anomalien oder schΓ€dliche AktivitΓ€ten ΓΌberwacht.
Die Reaktion auf Bedrohungen geschieht in Echtzeit, sobald eine potenziell schΓ€dliche AktivitΓ€t erkannt wird.
Das gleiche allgemeine Modell wird auf alle Benutzer und Ressourcen innerhalb des Unternehmens angewandt, sodass eine Umgebung geschaffen wird, in der eine echte Mikrosegmentierung mΓΆglich ist.
Die Zero-Trust-Architektur mit SDP und SASE
SDP (Software-Defined Perimeter), auch ZTNA (Zero Trust Network Access) genannt, ist ein softwaredefinierter Ansatz fΓΌr den sicheren Remotezugriff. SDP basiert auf einer strengen Benutzerauthentifizierung, Zugriffsrechten auf Anwendungsebene und einer kontinuierlichen Risikobewertung im Verlauf der Benutzersitzungen. Schon aus dieser Beschreibung wird deutlich, wie SDP die Implementierung einer Zero-Trust-Architektur ermΓΆglicht.
Als Teil einer grΓΆΓeren SASE-Plattform (Secure Access Service Edge) bietet SDP Unternehmen sogar noch mehr Sicherheit und Leistungsvorteile. Durch die Kombination von SDP mit SASE wird die Bereitstellung von Appliances an den einzelnen Standorten unkomplizierter. Gleichzeitig entfΓ€llt die Unvorhersehbarkeit, die sich aus der AbhΓ€ngigkeit vom ΓΆffentlichen Internet als Netzwerk-Backbone ergibt. Zudem werden mit SASE erweiterte Sicherheitsfunktionen in die zugrundeliegende Netzinfrastruktur integriert. Kurz gesagt: SDP als Teil von SASE ermΓΆglicht, das ganze Potenzial der Zero-Trust-Architektur auszuschΓΆpfen.Β Dies wiederum vereinfacht die Absicherung von Remotemitarbeitern mit ZTNA.
Beispielsweise bietet die Umsetzung einer Zero-Trust-Strategie mithilfe derβ―SASE-Plattform von Cato folgende Vorteile:
- Integrierter clientbasierter bzw. clientloser browsergestΓΌtzter Remotezugriff
- Authentifizierung ΓΌber sichere MFA
- Autorisierung anhand von Zugriffsrichtlinien auf Anwendungsebene, die auf BenutzeridentitΓ€ten basieren
- DPI (Deep Packet Inspection) und eine intelligente Anti-Malware-Engine fΓΌr permanenten Schutz vor Bedrohungen
- Erweiterte Sicherheitsfunktionen wie NGFW (Next-Generation Firewall), IPS (Intrusion Prevention System) und SWG (Secure Web Gateway)
- Optimierte End-to-End-Leistung fΓΌr lokale und Cloudressourcen
- Eine global verteilte, cloudbasierte Plattform, die von allen Randbereichen des Netzwerks aus zugΓ€nglich ist
- Ein Backbone-Netzwerk, das von ΓΌber 50β―PoPs (Points of Presence) und einem SLA fΓΌr eine VerfΓΌgbarkeit von 99,999β―% gestΓΌtzt wird
Wenn Sie mehr ΓΌber SDP, SASE oder die Zero-Trust-Architektur erfahren mΓΆchten,Β kontaktieren Sie unsΒ oder melden sich fΓΌr eineΒ DemoΒ zur SASE-Plattform von Cato an.